, Camenzind Daniela
Kranzgewinn für Betschart am Innerschweizer Schwing- und Älplerfest
Der Innerschweizer Teilverband feierte am vergangenen Sonntag das 118. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest in Seedorf. Mit dabei waren fünf Aktivschwinger vom Schwingklub Küssnacht. Vor allem Patrick Betschart bewies seine Topform. Er holte sich seinen zweiten Teilverbandkranz in seiner Karriere.
Am Fusse des Gitschen fanden sich rund 200 Schwinger für das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest (ISAF) ein. Vor 7800 Zuschauern griffen in Seedorf die stärksten Innerschweizer Schwinger im Sägemehl zusammen.
Fulminanter Start
Aus Sicht des Küssnachter Schwingklub war es vor allem Patrick Betschart, der seine Topform beweisen konnte. Betschart startete im Anschwingen überzeugend in den Wettkampf.
Im ersten Gang stand er dem Luzerner Ronny Schöpfer gegenüber. Er bezwang den starken Teilverbandkranzer mit innerem Hacken und Nachdrücken. Auch den zweiten Gang gegen Jonas Troxler beendete Betschart siegreich. Somit musste sich ein weiterer Luzerner Teilverbandkranzer von Betschart das Sägemehl vom Rücken wischen lassen.
Betschart kontert Niederlage
Im dritten Gang war es dann aber der Küssnachter, der sich geschlagen geben musste. Der grossgewachsene Eidgenosse Jonas Burch bettete Betschart ins Sägemehl. Dieser fand aber schnell zurück in die Erfolgsspur und konterte mit zwei Siegen. Im vierten Gang bezwang er Severin Egli mit Kurz und auch den fünften Gang gegen Thomas Widmer entschied Betschart für sich. Beide Gänge gewann er souverän mit der Maximalnote 10. und platzierte sich auf dem hervorragenden fünften Zwischenrang. Nach fünf Gängen galt Betschart mit 48 Punkten bereits Kranzsicher und liebäugelte mit einer Spitzenrangierung. Bei einem weiteren Sieg hätte der 26- jährige Landwirt gar Aussicht auf einen Lebendpreis.
Offensiver Kampf wird belohnt
Erst muss der sechste Gang gegen Damian Egli aber bestritten werden. Mit Egli ist es das dritte Duell gegen einen starken Luzerner Teilverbandkranzer. Betschart zeigte von Anfang an einen sehr offensiven Kampf und präsentierte sich auch zum Schluss des Wettkampfs noch mit viel Energie. Mehrmals brachte Betschart seinen Gegner mit Knietätsch zu Boden. Egli gelang es aber immer wieder, ein gültiges Resultat abzuwehren. Schlussendlich endete der Zweikampf nach sieben Minuten gestellt. Betscharts aktives Schwingen wurde aber belohnt und er erhielt von den Kampfrichtern trotz sieglosem Kampf neun Punkte.
Zweiter Teilverbandkranz
Betschart beendete den Tag mit 57 Punkten auf dem hervorragenden Rang 6f und wurde für seine Leistung mit dem ersehnten Eichenlaub belohnt. „Ich fühlte mich gut und konnte von Anfang an mit freiem Kopf in den Wettkampf starten. Ich konnte meine Leistungen abrufen und mich voll aufs Schwingen konzentrieren“, blickt der Immenseer auf den erfolgreichen Tag zurück. Im letzten Jahr gewann Betschart seinen ersten Teilverbandkranz am Innerschweizer Schwing- und Älplerfest in Menzingen und holte sich da seinen zweiten Stern hinter seinem Namen. Auch dieses Jahr unterstich er seinen Status als Teilverbandkranzer und bewies mit seiner hervorragenden Leistung erneut, dass er in Topform ist.
Engagierter und attraktiver Schwingsport
Neben Betschart bewiesen mit Romeo Bienz, Christian Forster, Timon Brunner und Samuel Sidler noch vier weitere Küssnachter ihre Kräfte am Innerschweizer Schwing- und Älplerfest. «Fünf unserer Athleten konnten am ISAF teilnehmen und vier davon erreichten den Ausstich - das ist grossartig». So die technischen Leiter Ralph Lüthy und Daniel Zimmermann. Sie unterstützen die Schwinger nicht nur in der Vorbereitung und im Training, sondern stehen den Athleten auch am Wettkampftag am Sägemehlrand zur Seite. «Alle zeigten engagierten und attraktiven Schwingsport, auch wenn die Konkurrenz sehr stark war».
Bienz hat sich bewiesen
Vor allem erfreute die technischen Leiter auch die Leistung von Romeo Bienz. Nach einer längeren Durststrecke konnte der 28 – jährige mit dem Sieg über den Kranzer Marcel Betschart einen persönlichen Erfolg feiern. Nach langem verletzungsbedingtem Leistungstief hat Bienz in Seedorf bewiesen, dass er nun wieder in alter Manier angreifen kann.
Festsieg für Wicki
Ebenfalls angegriffen hat der aktuelle Schwingerkönig Joel Wicki. Nach einem gestellten Schlussgang gegen den Zuger Eidgenossen Pirmin Reichmuth, reichte seine Gesamtwertung aus, dass sich Wicki als Festsieger des 118. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest feiern lassen konnte.
Zweites Bergkranzfest steht an
Nach dem ISAF bleibt für einige Schwinger nur wenig Erholung. Auch Patrick Betschart steht bereits am Sonntag wieder in der Arena. Für ihn steht nach dem Stoos Schwinget das zweite Bergkranzfest der Saison an. Auf der Königin der Berge auf rund 1700 Höhenmeter findet das traditionelle Rigi Schwinget statt. 90 Schwinger aus den Innerschweizer, Nordostschweizer und Nordwestschweizer Teilverbänden garantieren für spannende Zweikämpfe vor der prächtigen Bergkulisse.