, Camenzind Daniela

Kein Eichenlaub vom Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfest

101. Schwyzer Kantonales Schwing- und Älplerfest in Einsiedeln

Das 101. Schwyzer Kantonale Schwing- und Älplerfest bot bei sonnigem Wetter ein gelungenes Schwingfesterlebnis. Etwas durchzogen waren hingegen die Leistungen der Küssnachter Aktivschwinger. Der erhoffte Kranzgewinn blieb aus. Trotzdem gab es durchaus erfreuliche Ereignisse zu verbuchen.
 
Am vergangenen Sonntag gingen 230 Schwinger in der Arena des 101. Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfests an die Arbeit. Auch zehn Küssnachter bewiesen in Einsiedeln ihre Kräfte in den Zwilchhosen.
 
Startniederlage und verschenkte Punkte
Die Erwartungen am Kranzschwingfest des Heim Kantons waren hochgesteckt. Patrick Betschart durfte mit seinen bisherigen Leistungen definitiv mit einem Kranzgewinn liebäugeln. Nach einer überraschend schnellen Niederlage gegen den Teilverbandkranzer Urs Doppmann, verlief der Start für Betschart nicht wie geplant. Der Immenseer fand aber rasch zurück zu seinen Stärken und konnte in den folgenden drei Gängen als Sieger aus dem Sägemehlring steigen. Mit dem sieglosen fünften Gang gegen Ueli Hürlimann, verschenkte der kräftige Immenseer dann aber wertvolle Punkte. Um die kranzgekrönte Punktzahl noch zu erreichen, forderte der sechste Gang einen Sieg. Mit Joel Ambühl wurde ihm aber ein mächtiger Gegner zugeteilt. Dem Fussstich des Luzerner Eidgenossen konnte Betschart nicht standhalten und er verlor den entscheidenden Gang. Betschart erreichte schlussendlich 55.50 Punkte und platzierte sich auf dem Rang 13n. Dies Mal wurde die erwartete Leistung des aufstrebenden Schwingers nicht erfüllt. Ein Kranzgewinn ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist im Schwingsport die erstrebenswerte Auszeichnung für ausserordentliche Leistungen. An einem solchen Tag muss vieles zusammenpassen. Für Betschart hat es in Einsiedeln nun nicht in die Kranzränge gereicht. Umso mehr zieht der reflektierte Athlet wertvolle Erkenntnisse aus diesem Schwingtag.
 
Forster brilliert
Überwiegend positive Erfahrungen nimmt Christian Forster mit. Der 28-jährige brillierte über seinen Erwartungen. Forster ging in drei Gängen als Sieger vom Platz und auch im siebten Zusatzgang konnte er dem Gegner das Sägemehl vom Rücken wischen. Unteranderem bodigte er im sechsten Gang den statistisch überlegenen Kranzer Manuel Weber mit einem wuchtigen und perfekt ausgeführten Übersprung. Schlussendlich erzielte auch Forster 55.50 Punkte und platzierte sich auf dem Rang 13t.
 
Erfüllte Erwartungen und Potential für mehr
Ebenfalls positive Bilanz aus dem Schwingtag zieht Ramon Hess. Mit zwei gewonnenen Gängen hat er sein persönliches Ziel erreicht und konnte an seinem starken Saisonstart anknüpfen.  Ebenfalls erfreulich sind die Leistungen von Mattia Abgottspon. Der 16-jährige bestritt erst sein zweites Kranzfest bei den Aktivschwinger und erreichte erneut die notwenige Punktzahl für den Ausstich.
Motivierte Zweikämpfe zeigten zudem die Schwinger Sandro Ulrich, Samuel Sidler, Fabian Imgrüth und Silvan Stalder. Der Technische Leiter Daniel Zimmermann lobt die Schwingarbeit seiner Athleten. Sie konnten ihre Leistungen im erwarteten Rahmen abrufen. Ähnlich solide präsentierte sich Romeo Bienz. Er konnte erstmals wieder beschwerdefrei an einem Schwingfest ins Sägemehl treten und vier Gänge absolvieren.
Ebenfalls das erste Kranzfest nach langer Verletzungspause bestritt Timon Brunner. Seine Leistungen seit Anfang Saison zeigten viel Potential und gar Aussichten auf den ersten Kranzgewinn in seiner Karriere. Mit 54.50 Punkten reichte es dem grossgewachsenen Turnschwinger diesmal aber noch nicht für das ersehnte Eichenlaub.
 
Bieri bodigt den König
Der Höhepunkt des Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfest war der Schlussgang vor rund 5000 Zuschauern. Der Schwingerkönig Joel Wicki erreichte mit fünf Siegen souverän den Schlussgang. Ebenfalls mit fünf Siegen trat ihm der Zuger Eidgenosse Marcel Bieri gegenüber. Nach 1:55 Minuten brachte Bieri den König mit Kurz siegreich ins Sägemehl. Bereits zum 3. Mal in Folge gelang es dem starken Zuger den Schwingerkönig zu besiegen. Für Bieri ist es der erste Festsieg an einem Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfest.